Senior-Dog on Board

18 Jahre und 5 Monate ist unser wunderbarer, alter, starrsinniger Bär. In die Kategorie „Senior“ fällt er nun schon einige Jahre. Und seit dieser Zeit begegnen uns immer wieder Aussagen anderer Menschen, die wir so einfach nicht mehr stehen lassen mögen.

  • „Der ist doch schon so alt. Das könnt ihr ihm doch nicht zumuten.“
  • „Mit einem so alten Hund kann man doch im Urlaub gar nichts machen.“ Das begegnete uns schon vor vier Jahren. Da war unser Bär erst 14.
  • „Die Ortsumstellung bekommt ihm doch sicher gar nicht, die verwirrt ihn doch nur und macht ihm Stress.“

So oder ähnlich klang es schon mehrfach. Sei es bei Momo gewesen, aber auch bei Tapsi hörten wir das immer wieder. Diese „Sorgen“ anderer entlocken uns lediglich ein Lachen. Die wissen ja Bescheid.

Ja, mit einem Senior ist es etwas anders zu urlauben. Aber wenn man sich darauf einlässt, ist es wunderschön. Und natürlich ist es so, dass jeder Hund individuell ist. Was für unsere Hunde absolut ok oder schlicht toll ist, ist für manch anderen Hund vielleicht inakzeptabel. Hier ist der Besitzer gefragt, der seinen Hund kennt.

Grundsätzlich hat man natürlich darauf zu achten, dass die Grundbedürfnisse des Hundes gedeckt sind. Das muss man natürlich auch beim jungen Hund, aber beim Senior sind es vielleicht ein paar mehr. Wir haben für Tapsi seine Medikation inkl. Medikamentenplan dabei. Die Medikamente bereite ich auch daheim immer in einer Medikamentendose mit einer Aufteilung in „morgens“, „mittags“ und „abends“ für jeden Wochentag vor. Zur Abmessung seines Pronefras nehmen wir zur Sicherheit immer mehrere Dosierspritzen mit. So darf auch mal eine verloren oder kaputt gehen. Der Boden in Groot ist mit isolierendem Vetbed gepolstert und Ausflüge werden inzwischen so geplant, dass er keine langen Strecken mehr laufen muss. Merken wir, dass er an einem Tag nicht so richtig kann, dann wird halt ein Ruhetag am Kastenwagen eingerichtet. Auch sein Regencape haben wir dabei, damit sein Rücken nicht zu nass wird. Vorteilhaft ist bei Reisen in ein Land, dessen Sprache man nicht spricht, eine übersetzte Form der tierärztlichen Diagnosen bei chronisch kranken Hunden zu haben. Für Tapsi haben wir z.B seit seiner CNI-Diagnose immer die aktuellen Blutwerte dabei. Tapsi braucht auch Spezialfutter für seine CNI. Der alte Mann mag unter den verkäuflichen Nierenfuttern gerade eine Sorte. Da diese nicht immer überall zu kaufen ist, haben wir immer genug dabei. Oh, und – wohin es auch geht, wir schauen – aber da sollte man sich grundsätzlich beim Reisen mit Hunden schlau machen – wo der nächste Tierarzt bzw. die nächste Tierklinik ist. Notfälle kann es immer geben und mit älteren Hunden steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auftreten.

Als wir merkten, dass er in ein Alter kam, dass Einschränkungen mit sich brachte, änderten wir unsere Wanderstrecken. Keine extremen Anstiege, keine unendlichen Strecken. Gehen wir nach Wanderführern oder nach den Empfehlungen im Web, schauen wir meist danach, ob der Weg kindergeeignet, besser noch kinderwagengeeignet ist. Einfach nicht auf die Zeit schauen. Wenn die Strecke, für die Ihr sonst eine Stunde benötigt habt, nun in zwei Stunden zurück gelegt wird…was soll es. Macht ausgiebige Pausen, habt Wasser dabei. Auch wenn die Strecke an einem Gewässer liegt, ist dieses für einen Senior vielleicht nicht so gut zugänglich wie für einen jüngeren Hund.

Bis jetzt erlebten wir es immer so, dass unsere Hunde durch die neuen Eindrücke, durch die für sie spannenden Erlebnisse, deutlich besser drauf waren, als ursprünglich erwartet. Tapsi genoss Klettereien über Felsen am Strand in der Normandie- vorsichtig, sehr konzentriert. Aber seine Augen strahlten. Überhaupt…das Laufen auf dem Strand, das Baden im Meer, Erkundungen von Bunkeranlagen – all das machte ihm riesig Freude. Und abends forderte er Maja oft am Wohnwagen noch zu einer Toberunde auf.

Heute genießt der Opa es sehr, einfach irgendwo zu liegen, sei es auf dem Stellplatz mit Groot im Rücken oder auf einer Wiese beim Spaziergang. Er döst, er schaut sich um und beobachtet Menschen und Tiere in seinem Umfeld – was auch immer er da konkret noch erkennen kann – und scheint es tiefenentspannt zu genießen.

Die fremde Umgebung – im Ferienhaus mag das je nach Hund und oft gerade bei Demenz-Hunden stimmen. Wir haben beim Wohnwagen und seit letztem Jahr auch bei unserem Kastenwagen Groot jedoch die Erfahrung gemacht, dass unsere Hunde die Fahrzeuge von Anfang an als „Heimat“, als „Wohlfühlzone“ akzeptierten. Insofern muss hier jeder bei seinem Hund schauen. Man kennt seinen vierbeinigen Begleiter und sollte ganz ehrlich zu sich selbst sein: Will man nur selbst den Urlaub, oder weiß man, dass der Hund den Urlaub ebenso genießt. Geht man aber von letzterem aus, so ist es absolut kein Problem, auch einen alten Hund noch mit auf die Reise zu nehmen.

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