In den Cevennen: Mont Aigoual und die Abime de Bramabiau

Lange Wanderausflüge gab es nicht mehr in diesem Urlaub. Da hatten wir einfach die Sorge, dass sie gerade in Anbetracht der sommerlichen Temperaturen, für Momo zuviel sein könnten.

Aber wo wir schon einmal am Rande der Cevennen waren, so wollten wir auch in den Cevennen etwas sehen. Als begeisterte Fans der Berge bot sich hier ein Besuch des Mont Aigoual an, der mit fast 1600 m der höchste Berg des Departement Gard ist. Auf die gesamten Cevennen gesehen macht er zwar nur den zweiten Platz, aber egal. Was wir zuvor über den Berg lasen, der die letzte bewohnte Wetterstation des Landes beherbergt, beeindruckte uns einfach immens.

  • Die höchste je erreichte Temperatur lag im Jahr 1947 bei 28,2 °C
  • Im Gegensatz dazu wurde es 1957 – 28 °C kalt. Brrr…
  • 1966 wurde es stürmisch. Ganze 335 km/h erreichte der Wind.
  • Richtig nass wurde es am 30.10.1963. Innerhalb von 24 Stunden regnete es an diesem Tag 607 mm.
  • Auch Schnee fällt hier. Einmal sogar 10,24 m Neuschnee auf einmal.
  • Durchschnittlich regnet es an 170 Tagen im Jahr hier.
  • Richtig windig mit Geschwindigkeiten über 16 m/s wird es durchschnittlich an 265 Tagen im Jahr.
  • Selten ist es wirklich klar. Dafür gibt es 241 neblige Tage im Jahr hier.
  • An 116 Tagen im Jahr liegt durchschnittlich Schnee.
  • Und an 140 Tagen im Jahr herrscht Frost vor.
  • Sollte man mal das unendliche Glück haben, klares Wetter zu haben – also richtig klares Wetter, was so rar ist, das man eigentlich Lotto spielen sollte – so kann man vom Gipfel Mittelmeer, Alpen mit dem Mont Blanc und die Pyrenäen sehen.

Genug gefaktet? Ich fand es wirklich beeindruckend. Unser sauerländer Kahler Asten ist schön, aber da kann er nicht mithalten.

Nach einer ähnlich beeindruckenden Fahrt durch die Cevennen – als langjährige Südtirolurlauber dachten wir, schmale Straßen seien halb so wild – kamen wir auf dem Parkplatz am Plateau des Aigoual an, wo wir nach der Besichtigung der Wetterstation ein wenig wanderten und uns schließlich im Schatten einiger Sträucher niederließen und mit Momo und Tapsi die entspannte Atmosphäre und den traumhaften Blick genossen. Wir hatten nahezu klare Sicht…naja…leider nur nahezu…die entfernten Aussichtspunkte konnten wir nicht sehen. Dennoch…es war einfach wunderschön.

Nach unserer kleinen Rast ging es weiter. Wer die Cevennen besucht, sollte auch eine Führung in einer der traumhaften Höhlen nutzen und das wollten wir natürlich auch. Aber: Was auch immer wir machen, die Hunde sind dabei. In vielen Höhlen sind Hunde erlaubt, die in Taschen getragen werden können. Momo mit ihren 17 Kilos fällt da nun genauso wenig drunter wie Tapsi, der die 20 kg fast berührt. So stießen wir auf die Abîme de Bramabiau, in der Hunde an der Leine erlaubt sind. Jippieh!!!

Auf dem Parkplatz stellten wir unseren Wagen ab, kauften Karten und wanderten durch ein wunderschönes Wäldchen, das hier und da willkommene Bademöglichkeiten für Momo und Tapsi bot, zum beeindruckenden Eingang der Höhle. Steile Felswände, Wasserspiele, die wundervolle Regenbögen in den Sonnenschein zauberten. Hier warteten wir, während sich uns einige weitere Besucher – zumeist Franzosen – anschlossen, bis die Führung begann.

Eine freundliche, herzliche Führerin holte uns ab und brachte uns an den Eingang der Höhle. Ähm, man sollte – egal wie warm es ist – an eine Jacke denken. Ich Schlunz hatte diese natürlich vergessen. Ob deshalb so viele Bilder total verwackelt waren? Dennoch – die gut 1,5 bis 2 stündige Führung auf französisch (aber so bildlich untermalt durch Gesten, dass auch der Nicht-Sprachkundige gut verstand) war klasse. Liebevoll und leidenschaftlich erzählte die Führerin von der Entstehung der Höhle, ihrer Geschichte, von den Forellen im Fluss in der Höhle, von den kleinen Dinopfoten.

Momo und Tapsi machten die Führung gut mit. Gleich ob stufige Anstiege, gleich wie wenig sie sahen, wie nah ihnen die anderen Gäste, die im Übrigen allesamt sehr rücksichtsvoll und freundlich zu den Hunden waren, ohne das wir das explizit gefordert hätten. Bei einem längeren Anstieg fieberten alle mit Momos Schritten mit und freuten sich, als die kleine Maus oben ankam. Sie ist halt nicht so schnell. An einer kleinen Quelle durfte sie das mineralienhaltige Wasser probieren. Das tat ihr sicher gut.

Am Ende der Führung kamen wir kurz vor dem Häuschen wieder hinauf, an dem man die Karten kaufen konnte. Hier kann man noch einen Snack genießen oder Andenken erstehen.

Einer der Ausflüge an den wir lächelnd und mit Tränen in den Augen zurückdenken. Kleine Momo…die Zeit mit Dir war wunderschön!

 

 

 

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