Rothenburg ob der Tauber – Heimattourist Challenge

#32 von 100 Rothenburg ob der Tauber

So…zumindest beim aktuellen Urlaub wollen wir doch auf Stand bleiben (Veröffentlichung kommt mangels Netz später)…

Wenn man ja schon einmal in Dinkelsbühl ist, handelt es sich bei dem Weg nach Rothenburg ob der Tauber ja nur noch um den bekanntlichen Katzensprung. Wobei ich es ja schon interessant fand: Obgleich Dinkelsbühl Deutschlands schönste Altstadt ist, kennt zwar jeder Rothenburg, aber kaum einem ist Dinkelsbühl ein Begriff. Aber: Asche auf unsere Häupter – auch wir kannten es vor dem Erhalt des DCC-Gutscheins nicht. Ohne Rudi hätten wir es nie kennengelernt – wie uns ohne den Wohnwagen viele Erlebnisse fehlen würden – viele wunderschöne Erlebnisse.

Nach dem Frühstück ging es also los. Der frühe Vogel trifft auf die leere Stadt. Vor den Stadtmauern fanden wir einen Parkplatz und stürzten uns hinein – ähm…tatsächlich hinein in die leere Stadt. Viel los war nicht – morgens nicht, aber auch zum Nachmittag hin blieb es relativ ruhig. Aber hier scheint gerade eher Ruhezeit ,vor dem Weihnachtsgeschäft zu sein. Apropos Weihnachtsgeschäft…Weihnachtliches kann man in der Stadt, die das deutsche Weihnachtsmuseum beherbergt, natürlich ganzjährig. Ob nun im Käthe-Wohlfahrt-Geschäft oder in einem der zig Touri-Läden. Von der Kugel zur Pyramide, vom Nikolaus zum Christkind bis hin zum Plüschhund im Elchskostüm, man findet alles. Übrigens auch Winkekatzen, seidene Schirmchen, Original Schwarzwälder Kuckucksuhren, Bierkrüge und Schürzen in Dirndl- und Lederhosen-Optik an vielen Ecken. Rothenburg ist deutlich mehr Touristadt als Dinkelsbühl.

Doch wieder zurück zum Tag. Auch hier in Rothenburg ist das Empfinden sich in einer wirklich alten Stadt zu befinden, umgeben von der vielerorts bereits abgerissenen Stadtmauer mit ihren vielen Türmen hoch. Wenngleich es sich hier doch noch mehr mit der Moderne zu mischen scheint. Wir gingen mit Maja und Tapsi durch alte Gassen, bewunderten Kirchen alte Fachwerkhäuser, farbenfrohe Gebäude und ließen uns irgendwann zu Schokolade – es muss ja nicht immer Kaffee sein – und genialem Käsekuchen in einer Konditorei am Markt nieder. Leute beobachten…Gruppen aus zig Nationen die sich staunend und bewundernd hinter ihrem jeweiligen meist mit Schirmchen oder Fähnchen bewaffneten Reiseführer her wanden und dessen Berichten über die Stadt und ihre Geschichten lauschten. Auch den üblichen Minitouristenbus gab es hier. Dieses Mal mit dem großen Vorteil: Ein Fahrer machte die Führung statt eines Bandes. Ich könnte mich ja stundenlang einfach irgendwo hinsetzen und das Leben der Anderen beschauen. Jung und alt, gemütlich und eilig, während einer Führung bemüht ja jedes Wort mitzubekommen oder vertieft ins Smartphone oder den Reiseführer in den Händen. An den Händen Einkaufsbeutel von Lindt, Käthe Wohlfahrt oder einfach gar nichts. Overdressed, normal gekleidet oder im Jogger…

Gerade über die Hunde kommt man natürlich auch mal mit dem einen oder anderen in ein kurzes Gespräch. Ja, so könnte ich so einen Tag auch rum bekommen.

Doch auch wenn das Spannertum sicher reizvoll war: Gestärkt gingen wir weiter, ein Stück über die Stadtmauer – wo uns die Treppen für Tapsi gehbar schienen -, um den traumhaften Blick zur Burg und ins herbstlich gefärbte Taubertal zu genießen. Wir erkundeten die Gassen, fanden süße kleine Geschäfte, zig Konditoreien boten die Rothenburger Schneebälle an, an vielen Ecken sah man noch die Fischhälterungsbecken aus Beton, in denen früher der Fisch bis zur Verarbeitung eingelagert wurde. Es war eine Zeitreise und wären da nicht immer wieder moderne Autos innerhalb der Stadtmauern gewesen, wie auch Menschen mit Smartphones, Kameras und moderner Kleidung, wir wären uns wie auf einer Zeitreise vorgekommen.

Am frühen Nachmittag zog es uns zum Essen in eine kleine Gaststätte, wo wir mit Schnitzel bzw. Hackbraten von der Tageskarte aßen. Gut, es war ok…aber auch beim Essen merkte man die Touristen-Stadt. Es erinnerte uns an unseren ersten Urlaub in Südtirol, als wir in Dorf Tirol in einem Gasthaus einkehrten, wo ausschließlich Deutsche saßen – immer schauen, wo die Einheimischen essen! So schmeckte es halt dort auch.

In das Rothenburger Kriminalmuseum dürfen Hunde mit hinein. Das mussten wir nutzen. Die Geschichte der Kriminalprozesse des Mittelalters, das peinliche Verhör, sehr interessant und mal nicht effektheischend, sondern realistisch wird hier alles dargestellt und mal ganz ehrlich: War das, was tatsächlich geschehen war, nicht schlimm genug? Sind die Menschen so blutgeil geworden? Wir fanden es auf jeden Fall spannend und empfehlenswert.

Danach stand nur noch die Heimfahrt zum Campingplatz an. Stadt macht doch immer etwas mehr müde als Waldwanderungen.

 

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