HEIMATTOURIST-CHALLENGE: Rothaarsteig – Sauerland Höhenflug – Hochsauerland Höhenstraße – 20.05.2018

  • # 20 von 100 Hochsauerland Höhenstraße
  • # 21 von 100 Rothaarsteig
  • # 22 von 100 Sauerland Höhenflug

Nach unserem wunderschönen Urlaub in Südtirol behalten wir die Wanderschuhe doch einfach direkt an. Nein, wir sind nicht mal kurz den Rothaarsteig gewandert. Auch der komplette Sauerland Höhenflug ist kurzfristig in Begleitung zweier Fellnasen von 12 und 16 Jahren eher schwierig in der Umsetzung.

So entschieden wir uns heute, beide Wanderwege ein Stück zu nutzen, wobei uns die Anfahrt zum Teil über die schöne Hochsauerland Höhenstraße führte.

„Die Hochsauerland Höhenstraße führt sie durch die schönsten und aussichtsreichsten Ecken des Naturparks Rothaargebirge. Ihre 102 km lange Route in Form einer Acht verbindet drei geographisch wie geschichtlich sehr unterschiedliche Gemeinden des ‚Lands der tausend Berge‘: Die Hochfläche Winterbergs und seiner Dörfer, das weitläufige Schmallenberger Sauerland und die breite Medebacher Bucht.“ (Quelle: hochsauerland-hoehenstrasse.de). So sagt es also das Web.

Wir fuhren vom heimatlichen Lenhausen über Fretter, Oedingen und Bracht nach Schmallenberg, wo wir das Hinweisschild erstmals sahen. Schmallenberg selbst hat noch eines für seine historische Altstadt. Fachwerk und enge Gässchen sowie Schiefer dominieren hier. Von dort ging es durch Dörfer wie Bödefeld, Grafschaft, Oberkirchen und Westfeld nach Winterberg und Altastenberg. Auch hier überall Häuslein im bekannten Stil begleitet von atemberaubenden Ausblicken. Wäre auch allein für sich sicher mal einen Ausflug wert. Vielleicht mit kleinen Wanderungen in den einzelnen Orten…

Der Rothaarsteig, dessen Kennzeichen ein auf der geraden Linie liegendes R ist, ist wohl mit einer der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands. 2001 wurde er eröffnet, war zeitweise Premiumweg und ist mittlerweile als „Qualitätsweg wanderbares Deutschland“ beim deutschen Wanderverband zertifiziert. Er startet am Marktplatz in Brilon und endet an Dillenburgs Bahnhof nach 156,8 km. Neben dem Hauptsteig gibt es einige schöne kleinere Routen und Rundwege, die wir hier und da gerne nutzen.

Der Sauerland Höhenflug, an dem wir selbst auch leben, wurde 2008 eröffnet. 2009 wurde der 251 km lange Weg vom „Wandermagazin“ in der Kategorie Weitwanderwege als zweitschönster Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet. Er startetin Altena (alternativ: Meinerzhagen) und endet in Korbach.

Unser Weg führte uns zum Wanderparkplatz Sahnehang in Altastenberg. Auto abgestellt, Hunde ausgeladen und…ja nun, wohin? „Auf dem kahlen Asten“ hieß die kleine Wanderrunde, die unter Berührung von „Rothaarsteig“ und „Sauerlandhöhenflug“ zum Astenturm und zur Lennequelle, sowie ein wenig durch Altastenberg führen sollte.

Nun wären wir nicht wir, wenn wir zu Beginn des Weges nicht erst einmal diskutieren würden. Der wirkliche Startpunkt ist aber auch schonmal schwierig zu finden.

  • Rauf oder runter…
  • Da steht wir sollen bis zur Rechtskurve nach Süden…
  • Da ist aber nur eine Linkskuve…
  • Da steht aber doch As3/As4…
  • Ja, aber die sollen wir ja erst nach der Rechtskurve…
  • Die geht linksrum!
  • Ach komm, hier steht X27, da kommen wir doch eh irgendwann drauf.
  • Ja, genau, dann lass uns da mal längs!

Der Weg X27 am Rothaarsteig führte uns links des Sahnehangs hinauf zur Spitze des Kahlen Astens. Links herum landeten wir auf einem Heidelehrpfad, dem wir folgten. Auf hübschen Schautafeln wird dem Besucher die Geschichte und die Artenvielfalt der Hochheide näher gebracht. Rechts und links des Weges laden die typischen Relaxbänke zum Entspannen und Innehalten ein und der Ausblick…hinweg über Heidekraut, Preißel- und Blaubeerfelder, die gespickt sind mit knorrigen, wettergeformten Bäumen, weit übers Sauerland mit seinen Bergen bis hinüber ins Ruhrgebiet. Niederlassen, versuchen, die zig anderen Pfingstwanderer mal auszublenden, was trinken, Erdbeeren naschen und einfach nur sein. Den Moment genießen, alles Andere ruhen lassen. GLÜCK! Der Weg ist das Ziel. Wir messen keine Zeiten. Wenn wir ankommen, kommen wir an. Wenn der Weg uns woanders hin führt…So what? Zum Auto und nach hause gelangten wir bisher immer irgendwie.

Wir brachen wieder auf, gelangten über einen breiten, geschotterten Pfad an der Wetterstation des DWD zum Astenturm, wo ich mich kurz erleichtern musste. Dann aber auch schnell weg von dort. Partymucke à la Ballermann in einer Lautstärke, bei der Kommunikation nur schreiend stattfinden konnte…nicht unsers…schnell weiter, dem Pfad folgen…nächste Rast: Lennequelle.

„Vergrab mein Herz im Lennesand“, singen ZOFF im Sauerlandlied. Von daheim aus laufen wir keine fünf Minuten zum Fluss, der durch das Sauerland fließt und in die Ruhr mündet. Hier standen wir nun also an seiner Quelle. Neben uns einige weitere Besucher. Und, kennt ihr das? Eigentlich will man den Gesprächen fremder ja gar nicht lauschen…aber die ältere Dame, die sicher dreimal laut zu ihrem Gatten sagte: „Wie aus so etwas Kleinem, etwas so Großes werden kann…“, löste beinahe einen Lachflash bei mir aus. Bilder im Kopf… Klar einerseits hat sie Recht, das ist toll, aber andererseits…das wissen wir doch alle, oder? *grins*

Hier kam jedenfalls ein richtig kleines Rinnsal aus dem Stein und rinnt zaghaft den Berg herunter. Die Hunde, vor allem Momo, waren enttäuscht. Sie hatten scheinbar doch etwas anderes erwartet. Nach einer kleinen Pause zogen wir weiter, folgten dem Heidelehrpfad zu seinem Ende und liefen dann bergab in Richtung Nordhang. Der schmale Trampelpfad (ACHTUNG: Mehr darauf achten, wo die Füße hintreten, als auf die Landschaft!) führte durch ein Wäldchen, wo irgendwann schon neben dem Nordhang ein schild mit dem Hinweis „Blutstein“ ins dichtere Gebüsch weist. Ihm folgend fanden wir einen unscheinbaren, zugewachsenen Stein. Daneben liegend eine Erklärungssäule…morsch… Dieser Blutstein zeigt die ehemalige Grenze zwischen Altastenberg und Winterberg, an der einst von Gerichten über Leben und Tod der Verurteilten geurteilt wurde. Wenn der erzählen könnte…

Wir gingen wieder zurück auf den Pfad und folgten ihm weiter den Nordhang hinunter, auf dessen Parkplatz wir uns zunächst einmal mittels der Wegweiseransammlung orientierten. As4? Das klang gut. Dem hatten wir doch anfangs mal folgen sollen und am Parkplatz war der auch. Prima… aber erst einmal die Straße am Nordhang queren. Pfingstsonntag, geiles Wetter – folglich massig Autofahrer und Biker. Dennoch gelang es uns, die andere Seite zu erreichen. Puh…

Vorbei an der Villa Nordhang gab es einen Weg nach Altastenberg, wo wir auch wieder den Wegweiser As4 sahen. Dem folgten wir, doch halt! Da rechts steht „Zum Tretbecken“, das hieß doch Abkühlung! Also abbiegen und dem Weg erst einmal in Richtung Tretbecken folgen. Kneippen ist schließlich so gesund und das Wasser herrlich kalt! Während der Pause mussten die restlichen Erdbeeren und die Getränke dran glauben, während wir Ruhe und Einsamkeit genossen. Auf den vorherigen Wegen war immer jemand um uns herum gewesen. Hier drang selbst der Verkehrslärm der Straße nur gedämpft zu uns herüber. Einfach zusammen sein kann so schön sein. Und manchmal ist es halt auch gut, nicht immer auf dem Weg zu bleiben. Stattdessen einfach mal auf neuen Pfaden schauen. Welch weise Worte…lohnt sich aber manchmal wirklich!

Doch auf, auf, bergan zurück und weiter nach Altastenberg. Sehr breit war der Weg…teils breiter als die Straße und…was war das nun? Hier und da entdeckten wir rechts und links des Weges scheinbar zu niedrig hängende Basketballkörbe mit Ketten…ähm…?!? Schilder klärten uns auf. Hier standen wir auf dem Disc-Golf-Park Altastenberg. Also Golf mit Discs…äh… Es war Gott sei Dank gerade nicht stark frequentiert. Nur einmal kam uns eine Disc aus der Ferne entgegen.

Dafür fand sich aber noch noch ein Tümpel, in dem Momo und Tapsi sich abkühlen konnten. Prima – auch für die zwei war der Tag nun gerettet.

Von Altastenberg wanderten wir nun entspannt zurück zum Sahnehang, wo unser Wagen auf uns wartete. Heimwärts…Grill an und eine tolle Wanderung rekapitulieren. Schön ist die Heimat!!!

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