Trier & HEIMATTOURISTCHALLENGE 2018 – 01.04.2018

HeimattouristChallenge:

  • 13 von 100 Porta Nigra
  • 14 von 100 Kaiserthermen
  • 15 von 100 Amphitheater
  • 16 von 100 kurfürstliches Palais
  • 17 von 100 Konstantinbasilika
  • 18 von 100 Dom zu Trier
  • 19 von 100 Liebfrauenkirche

What a day…schauen wir mal, wieviel ich heute Abend noch geschrieben bekomme. Halb neun…der Schrittzähler, der uns im Smartphone meist begleitet spricht von rund 20000 Schritten und ich glaube, wir sind alle vier gut müde. Aufstehen, wenn es hell wird,   zu Bett gehen, wenn es dunkel wird…unser Urlaubsmodus. Langweilig? Hm…vielleicht. Aber ich muss sagen, es gibt so Punkte, da bin ich gerne langweilig.

Ich hatte übrigens eigentlich vermutet, dass wir die zwanzig heute voll bekommen, aber nein, es sind dann doch 19 touristische Hinweisschilder. 81 fehlen noch.

Irgenwann gegen halb sieben wurden wir wach. Kaffee, Frühstück, Sanitärräume, kleine Hunderunde…immer wieder Regengüsse. Aber das hatte uns der Wetterfrosch im Radio ja geflüstert. Dennoch ging wieder die freundliche Bitte ans Universum, doch an uns zu denken. Und siehe da, noch vor halb elf, als wir in Tier aus dem Parkhaus traten, brach der Himmel auf. Vielen lieben Dank!

Der erste Weg führte zur Aufstockung der Bargeldvorräte in eine Bank. Beißender Uringeruch erfüllte die Luft, da hierher Obdachlose vor der Kälte geflohen waren. Sie schliefen allerdings noch tief und fest. Welche Geschichte die beiden, die ich auf mein Alter schätzen würde, wohl auf die Straße verschlagen hatte? Beiden etwas hinterlassend – hinter jedem stand bereits ein liebevoll angerichtetes Osterkörbchen – war ich froh, wieder an die Luft zu kommen.

Erst einmal ging es für uns nun Richtung Dom. Wie verschlafen die Stadt noch war. Auf dem Marktplatz waren wir beinahe die einzigen. Einige Menschen verließen nur gerade den Gottesdienst in St. Gangolf. Eine Gasse weiter und wir erreichten den Domplatz. Vor uns präsentierten sich Dom und Liebfrauenbasilika. Derart große Gebäude des Christentums sind für mich immer ein Zwiespalt. Zum einen finde ich sie natürlich schön in ihrer Größe und oft pompösen Ausstattung. Zum anderen habe ich immer das Gefühl die Kirche wolle dem Menschen damit vermitteln, wie klein er, der ja eigentlich nach Gottes Ebenbild geschaffen wurde, ist. Zu oft hat die Kirche dem Menschen eben nicht nur Ehrfurcht sondern Furcht eingeflößt, hat Reichtümer für den Bau solch pompöser Gebäude verschwendet und gebot zugleich ein Leben in Armut. Geborgenheit im Glauben bieten mir kleine Kapellen viel eher.

Den Dom konnten wir noch nicht betreten. Es war der Morgen des Ostersonntags und somit Gottesdienst. Dieser begann in der Liebfrauenbasilika erst um 11.30 Uhr. Hunde sind als Geschöpfe Gottes natürlich verboten – wie eine ganze Litanei weiterer Dinge. Das verriet uns ein Schild vor der Tür. Gut, ein wenig kann ich es nachvollziehen. Ich kenne genügend Hundehalter, denen manch selbstverständliche Regeln fremd sind. Und auch, wenn sie vielleicht (ich bin mir da manchmal nicht so sicher) den kleineren Teil unter den Hundehaltern darstellen, prägen die mit ihnen gemachten schlechten Erfahrungen das Bild.

So wartete ich brav mit Momo und Tapsi vor der Tür, während Stefan die Kirche besichtigte, die nicht nur eine touristische Hinweistafel besitzt, sondern zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Danach wechselten wir und während Stefan die Fellnasen hütete, trat ich durch die massive Tür, deren Griff die Form eines auf die Seite gelegten Kreuzes hatte. Neckisch… Im Vorraum blickte ich zunächst auf eine lebensgroße Statue der Maria, die ihren sterbenden Sohn hielt…ähnlich des Bildnisses in Daleiden. Davor standen Opferkerzen. In Anbetracht der frühen Stunde brannten erst wenige. Aus dem Dom klang schwere Orgelmusik herüber. Langsam ließ ich mich auf die Atmosphäre ein, doch so recht mochte es mir nicht gelingen. Auch nicht, als ich kurz darauf durch eine gläserne Tür ins Hauptschiff der Kirche trat. Obwohl es nocht recht leer war, so herrschte doch ein gewisser etwas störender Geräuschpegel.

Durch eine gläserne Pyramide konnte man hinab schauen zu einer Ausgrabungsstätte unter der Kirche. Wenn nicht in Trier, wo sollten einem die Römer bzw. ihre Spruren sonst begegnen. Zum Ende des Kirchenbesuchs erstand ich noch einige Postkarten und ging dann zurück zu Stefan.

Gemeinsam trotteten wir weiter, vorbei am Kesselstatt und in Richtung Konstantinbasilika, wo – oh Wunder – gerade Gottesdienst war. Also betrachteten wir das Drumherum und kamen nicht umhin, schließlich im Lustgarten des kurfürstlichen Palais zu wandeln. Sogar Hunde sind hier erlaubt. Hundehalter benehmt Euch, damit das auch so bleibt. Zum Thema Hundehalter und Benehmen: In Trier gibt es viele ausgehängte Kotbeutelspender. Leider mussten wir feststellen, dass nicht einer, den wir sahen bestückt war. Für uns kein Thema. Im Zoofachhandel kostet die Rolle mit 50 Beuteln gerade 99 Cent. Dennoch, wenn man so etwas anbietet, sollte es selbstverständlich bestückt sein!

Der Lustgarten ist hübsch mit vielen marmornen Figürchen geschmückt – allesamt natürlich mit keusch bedeckten Geschlechtsmerkmalen. Asche auf mein Haupt, nicht nur, dass ich hier und da die Geschlechter verwechselte, was bei den überaus androgynen Herren nicht verwunderlich war, ich übersah auch gleich, dass auf den Sockeln beschrieben stand, um wen es sich handelte. Manchmal bin ich dann doch ein echter Kunstbanause.

Apropos Banause…vom Lustgarten… Der Lustgarten, eigentlich Palastgarten entstand dank des Privatiers Peter Franz Weißebach, dem Schalkhaften. Er setzte die Stadt Trier testamentarisch als Erbin seines Vermögens ein. Doch was ein Schalk ist… Natürlich nannte er einen Zweck, an den das Erbe gebunden war. So sollte hiervon auf dem Friedhof der streng katholischen Stadt Trier ein Krematorium errichtet werden. Für Katholiken zu jener Zeit ein absolutes NoGo. Man bedenke, wir befanden uns am Ende des ersten Quartals des zwanzigsten Jahrhunderts (1925). Ein Schlupfloch bot sich allerdings. Über fünf Jahre hin musste die Stadtverordnetenversammlung Triers gegen den Bau des Krematoriums stimmen. Danach konnte das Geld für den Volksgarten am kurfürstlichen Palais genutzt werden. Und so geschah es dann auch. Widerwillig und natürlich immer wieder gefolgt von Ablehnung des Antrags diskutierte man jährlich aufs neue über das Krematorium. Dann erst baute man den Park

Weißebach zog für sich die Erdbestattung vor und erhielt ein Ehrengrab auf dem Hauptfriedhof Triers. Seine Gedenktafel ist heute an der Stadtmauer im Palastgarten angebracht.

Unser Weg von der Basilika führte uns Richtung Amphitheater und durch leichten Nieselregen von Unterführung zu Unterführung zu den Kaiserthermen und dem dazugehörigen römischen Sportplatz. Durch eine Baustelle war der direkte Weg auf der einen Seite blockiert. Den an der anderen Seite vorbeiführenden hatten wir schlichtweg übersehen. In die Thermen hinein gegangen sind wir nicht. In Anbetracht von Mittagszeit und sich verstärkendem Nieselregen zog es uns zur Weinstube Kesselstatt…

Gerade zur rechten Zeit! In der urgemütlichen Weinstube bekamen wir nämlich gerade noch ein Plätzchen auf den Hockern an einem der zwei Stehtische im Eingangsbereich unweit der Theke. Den Gastraum dominierte eine riesige Weinpresse. Um sie herum standen Tische, die jedoch an Ostern alle reserviert waren. Auf den ausgehängten Kreidetafeln suchten wir uns unser Essen aus und ich ging zum Bestellen zur Theke. Für Stefan gab es Burger, für mich Schweinemedaillons. Dazu tranken wir zum Warmwerden heiße Schokolade und – natürlich in einer Weinstube – ein leckeres Viertel Weißwein. Die Getränke konnte ich direkt mitnehmen, das Essen wurde uns nach der Zubereitung an den Tisch gebracht. So ließ sich die Zeit des Regens doch nun wirklich sehr gut nutzen.

Nachdem wir gegessen hatten, wollten wir den Dom besichtigen.Wie immer – einer hinein, der andere mit Momo und Tapsi draußen wartend. Diesmal war ich diejenige, die zuerst hinein ging.  Beeindruckend – fraglos, doch wie auch die Liebfrauenbasilika in meinen Augen kein Ort der Stille, nicht geeignet für mich, um Kraft zu tanken. Das Gefühl fehlt dort einfach. Es ist für mich nicht mehr oder weniger als ein respekteinflößend gebautes Gebäude, welches einst den Menschen zeigen sollte „Seht unsere Macht, seht unsere Pracht!“. Doch ich würde zu weit abschweifen, würde ich nun hierüber schreiben.

Als ich wieder heraus kam, hatte es nochmals begonnen zu regnen. So drängte ich mich – wie einige weitere Hundehalter – unter den Dachüberstand des Doms, während Stefan ihn besichtigte. Den Gesichtern einiger vorübereilender Passanten nach zu urteilen, müssen wir aufgereihten Hundehalter mit unseren Vierbeinern recht amüsant gewirkt haben. Zumindest konnten sich die wenigsten von ihnen ein Schmunzeln verbeißen.

Nachdem er den Dom besichtigt hatte, wartete Stefan noch mit uns, dass der Regen nachließ. Dann bummelten wir in Richtung des Hauptmarktes, wo sich mit der Markt-und Stadtpfarrkirche St. Gangolf die neben dem Dom älteste Kirche Triers befindet. Diese lag mir schon eher. Hier konnte ich mich niederlassen, die Welt um mich herum ausblenden und beten. Ja, das Gefühl muss einfach passen. Danach wechselten wir wieder. Ich leistete den Hunden Gesellschaft, Stefan sah sich St. Gangolf an.

Un nun? Was fehlte? Natürlich einer der bekanntesten Orte Triers fehlte uns noch. Der Porta Nigra hatten wir noch keinen Besuch abgestattet. Prompt, als wir dort ankamen, ging der Regen wieder los. Hey, liebes Universum, was’n da los?

Hmmm – und nun? Wieder Wein? Da fiel mein Blick auf den Römer-Express. In Dresden war es so, dass Hunde auch in den Touri-Bussen mitfahren durften. In Koblenz durften Hunde mit aufs Schiff. Also wollten wir auch hier einfach mal fahren. Die kleine Bahn war zwar zugig, aber trocken und noch einen kleinen Abriss der Trierer Sehenswürdigkeiten zu bekommen, würde sicher nicht schaden. Wir durften mit Momo und Tapsi mitfahren – nicht einmal extra bezahlen brauchten die zwei.

Damit hätten wir das nun auch einmal erlebt. Ok…es ist nun nicht unseres. Wir erkunden dann doch wirklich lieber auf eigene Faust und in eigenem Tempo. Will man etwas wissen so googlet man halt oder merkt es sich bis abends, um dann nachzuschauen. Ich kenne auch Menschen die lieben diese geführten Touri-Touren. Wir können nun zumindest sagen: Wir haben es schonmal gemacht. Und – ok – via Schiff, wie in Koblenz, das würde ich immer wieder machen. In Dresden werden wir die englischen Busse auch mal testen. Allein, weil man so auch ohne selbst fahren zu müssen, in die Stadt kommt.

Nach der rund vierzigminütigen Fahrt hatte der Regen aufgehört. Also: Hauptziel erreicht. Und Kaffeezeit war auch. Kaffee wäre ein Traum. Der wärmt nämlich auch seht gut. Und aufgewärmt werden – das brauchten wir jetzt.

Mal umsehen, was man so findet und wir fanden ein Pfannkuchenhaus….Mjamm…Ein großer Kaffee, dazu ein Pfannkuchenn – da wurde uns doch direkt warm ums Herz. Bauch voll, aufgewärmt – so ging es zurück zum Parkhaus und dann zum Campingplatz.

Da am nächsten Tag die Rückfahrt anstand, musste noch abgerechnet werden. Momo und Tapsi bekamen ihr Futter und blieben im Wohnwagen, während wir hinauf gingen. An der Rezeption fanden wir die Chefin. Ihr Mann versuchte gerade einen Wohnmobilfahrer aus der Wiese zu ziehen – bzw. sein Wohnmobil. Der steckte mämlich dort im weichen Boden fest. Zwar war ihm gesagt worden, dass er aufgrund des regenweichen Bodens nicht auf die Wiese fahren sollte, aber frei nach dem Motto „Ich habe das schon immer so gemacht und blieb nie stecken“, fuhr er auf die Wiese. Keine wirklich kluge Entscheidung. Aber…ganz ehrlich, ich find es toll, dass diese altklugen Ewigschoncamper doch immer auf ähnliche Weise für Amusement sorgen.

Wir rechneten ab, unterhielten uns noch ein Weilchen und dann ging es zurück. Am nächsten Morgen wurde abgebaut und der Weg führte in die Heimat. Der Campingplatz hat uns sicher nicht zuletzt gesehen.

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