Daleiden und Vulkaneifel & HeimattouristChallenge 2018 – 30.03.2018

HeimattouristChallenge 2018

  • 6 von 100 Kriegsgräberstätte Daleiden
  • 7 von 100 Vulkaneifel
  • 8 von 100 Gemündener Maar
  • 9 von 100 Waldcafé am Gemündener Maar
  • 10 von 100 Weinfelder Maar
  • 11 von 100 Schalkenmehrener Maar

Während draußen der Regen aufs Zelt prasselt, sitzen wir hier drinnen und lassen einen Tag voller Eindrücke ausklingen. Schön hat er begonnen und schön blieb er auch.

Frierend wachten wir morgens im Wohnwagen auf. Peinlicherweise hatte mein nächtlicher Versuch, die Heizung hoch zu drehen, im Herunterdrehen geendet. Rücksichtsvoll wie ich ja bin, wollte ich Stefan aber auch nicht wecken. Um Einzuschlafen, half halt eine Wärmflasche und eine warme Fleecejacke. Morgens wollte dann aber keiner von uns raus. Es war ja auch erst 6 und so regelte Stefan nur die Heizung hoch und wir wärmten uns im Bett.

Irgendwann wurde der Gedanke an dampfenden Kaffee und ein ausgiebiges Campingfrühstück dann aber doch zu verlockend und während Stefan mit Momo und Tapsi spazieren ging, machte ich das Frühstück fertig. Danach noch Kaffee für unterwegs gemacht und auf ging es nach Daleiden.

Bis 1959 war die dortige Kriegsgräberstätte die größte Kriegsgräberstätte für deutsche Soldaten in Europa. Hier ruhen 3224 Opfer des zweiten Weltkrieges. Uns zog es vorrangig dorthin, weil Stefans Großvater hier beerdigt war. Wir parkten im Ort, nahmen die Hunde, sowie die Beschreibung des VdK mit der Grabnummer und machten uns auf den Weg.

Am Fuße des Abzweigs zur Kriegsgräberstätte – sie liegt auf einem Hügel oberhalb der Ortschaft – lud eine kleine Kapelle zur Besinnung ein und da ich solche Orte liebe und sie mir viel Kraft geben, begann unser Anstieg mit einem Gebet. Wie still, wie angenehm kühl es hier drinnen war. Den Lärm der anliegenden Straße hörte man nicht. Der Anstieg durch die kühle aber sonnige Frühlingsluft war angenehm. Wieder war ich froh, zum Dampfen gewechselt zu sein. Sonst wäre ich gewiss nicht so friedlich.

Die Gefühlswelt, die mich beim Besuch solcher Orte umfängt, ist eigenartig. Bedrückung in innere Ruhe dominieren.

Zunächst fiel uns der große Steinbau – ein von Säulen umfasster Kreis – ins Auge, in dessen Mitte Maria kniete, den den sterbenden Jesus in den Armen hielt. Kreisrund darum angeordnet die riesige Menge an Gräbern. Wir mussten noch rund 200 Meter weiter gehen, bevor wir den Zugang erreichten. Hier stand ein sehr kleines steinernes Häuschen. Zu seiner Rechten eine Mauer, ein metallenes Kreuz und schließlich das Törchen. Ein gepflasterter Pfad – Steine in den Erdboden gehauen – gesäumt von einem kleinen künstlich angelegten Hain, führte zum Friedhof. Die Rinde der jungen Bäume war von weißen Flechten bedeckt. Der Boden nicht von Gras, sondern von einem sattgrünen Moosteppich bedeckt. Vom Ort heraus schallte das Klepstern der Dorfjugend, welches bis Ostern das Geläut der Glocken morgens, mittags und abends ersetzte. Ein kleines Stück weiter erreichten wir den Friedhof an dessen Beginn unter einem korrigen Baum eine Bank stand – daneben ein Brunnen. Mit Momo und Tapsi, die nun nicht über das Gräberfeld tigern mussten, wartete ich hier. In der friedlichen Stille der Gedenkstätte genoss ich die wärmende Frühlingssonne. Stefan machte sich mit der Beschreibung in der Hand auf die Suche. Als er nach einer Weile zurück kehrte, hatte er das Grab gefunden. Ein ewiges Licht brannte dort nun im Gedenken an seinen Opa, den er nie kennenlernen durfte, weil er im Kampf für sein Vaterland in einem Krieg beruhend auf dem Wahn einzelner sein Leben ließ. Er wurde nicht einmal so alt, wie wir heute sind. Wir, die wir das große Glück haben, noch nie das Leid des Krieges am eigenen Leib erlebt haben zu müssen. Auch wenn es an anderen Orten der Welt brennt und wahnsinnige Menschen Kriege und Stellvertreterkriege ausfechten in denen Soldaten wie Zivilisten fallen wie einst Stefans Großvater fiel…wir mussten es nie miterleben und ich bete, dass dies so bleibt. Für dieses Glück sollten wir dankbar sein.

Auch ich ging nun über das Gräberfeld auf dem Stein an Stein die Gedenksteine bekannter wie unbekannter Soldaten lagen. Ewige Lichter oder andere Gedenken sah ich auf einigen Gräbern. Da waren Leute, denen die Menschen heute noch fehlten…

Schweigend, jeder ein wenig in seine eigene Gedankenwelt vertieft, machten wir uns auf den Rückweg zum Auto…

Touristische Orte führen nicht immer nur zu Spaß und Freude. Auch das Gedenken und das Nachdenken kann und sollte hier dazu gehören.

 

Doch nun wollten wir uns – wenn wir schon einmal in der Eifel sind die berühmten Maare ansehen. Krater einstiger Vulkane, die nun zumeist mit Wasser gefüllt sind. Da Stefan Daun noch aus Zeltlagerzeiten kannte, ging es in der Vulkaneifel dorthin. Zunächst zum Gemündener Maar, wo ein schönes Freibad war. Direkt am Parkplatz sahen wir ein kleines Café, auf das im Ort schon mit einem touristischen Hinweisschild aufmerksam gemacht worden war. In dem kleinen Café direkt oberhalb des Gemündener Maars hat am 26. Oktober 1847 Helmuth von Moltke seinen Geburtstag gefeiert. Wenn das mal keine braune Hinweistafel wert war. Wir müssen aufrichtig gestehen: Den guten Mann mussten wir erst einmal googlen und wer ihn nicht kennt, den möchte ich bitten, dieses ebenfalls zu machen. Uninteressant ist seine Geschichte absolut nicht und die wohl einzige erhaltene Tonaufzeichnung aus dem 19. Jahrhundert ist eine Aufzeichnung eine seiner Reden.

Wir können das Café am Wald für sein gutes Essen heute empfehlen. Neben einer heißen Schokolade gab es für uns zum Mittag frisch geräuchertes Forellenfilet mit Meerrettich, Eifeler Döppekuche (im Sauerland sagt man dazu Potthucke) und leckerem Salat. Sehr gutes Essen, preislich absolut in Ordnung und super freundlicher Service.

Danach brachen wir gut gestärkt auf, um das Gemündener Maar zu umrunden.

Genug für heute, der weitere Bericht kommt in den Morgenstunden.

Es war 4.44 Uhr, als ich am 31. wach wurde. Diesmal bei zwar angenehmer Wärme, aber recht schlechter Luft. Die Heizung über Nacht anlassen ist so eine Sache für sich – nicht das Optimum, aber doch nötig. Die leichten morgendlichen Kopfschmerzen verschwinden gerade beim Lüften. Der Kaffee ist schon durch und so kann ich noch etwas schreiben.

Endlich wieder wandern mit Bademöglichkeit für die Hunde und das im schönen Naturschutzgebiet. Gerade im Sommer ist der von Bäumen gesäumte Weg sicher schön. Doch auch im Winter hat er einen wunderbaren Charme. Naja – es ist gerade 10 Tage lang Frühling, aber außer den ganz frühen Blühern schlafen die Pflanzen noch oder erwachen nur langsam.

Neben dem Waldcafé stiegen wir zum Maar herab. Eine Ecke, an der Tapsi kurz ins Wasser steigen konnte, fand sich schnell. Bei Momo war das schwieriger. So lösten wir ihre Leine und ließen sie selbst schauen. Auf diese Weise klappt das am besten. Ein kleines Stück weiter kam eine Gabelung. Der von uns begangene Wanderweg führte nach oben, unten ging ein Trampelpfad am Wasser längs. Momo blieb noch einige Zeit unten auf dem Weg, bevor sie sich uns anschloss. Für kleine kurzbeinige Fellnasen ist das Maar nun kein Badeplatz. Also ans nächste Maar.

Das Weinfelder Maar wäre eigentlich gut zu Fuß erreichbar. Allerdings haben wir Momo auch immer mit dabei. Sie ist mit ihren 16 Jahren zwar noch fit, aber halt fit wie ein 16-jähriger Hund halt ist. Das kann heißen, dass sie irgendwann sagt: „Nö, jetzt mag I ned mehr.“ Und dann möchte keiner von uns 20 kg Hund zum Auto tragen und Momo hasst es, hochgenommen zu werden.

So fuhren wir als zum Weinfelder Maar. Viel los war auch dort nicht, so dass wir parken konnten und zum Maar rüber liefen. Weiträumig war es mit stromführenden Zäunen gesichert. Aha? Schafe, Ziegen, Alpakas? Nein, Esel hatten rund ums Maar ihre Weide. Gernehätten wir sie ja gesehen, aber da war uns das Glück dann doch nicht hold. Dafür mussten wir mit den Hunden Drehkreuze passieren, um auf die Wanderwebge zu kommen. Nun gilt für Momo und Tapsi: Eine Tür ist entweder sichtbar geöffnet oder geschlossen. Sieht aber die Tür geschlossen aus und bewegt sich erst, wenn man davor drückt, so ist das doch zuviel verlangt. Es dauerte eine Weile, bis wir alle wieder so sortiert waren, dass wir auf der richtigen Seite des Drehkreuzes alle zusammen waren.

Die Wanderung ums Weinfelder Maar – unterbrochen von einem Abstecher zur Weinfelder Kapelle – war wunderschön, ruhig und entspannt und bot auch dem kurzbeinigen Hund Bademöglichkeit. In Anbetracht der Esel blieben die Hunde diesmal natürlich an der Leine.

Auf dem Rückweg machten wir nur einen kurzen Abstecher zum Schalkmehrener Maar. Dieses punktet durch den anliegenden Campingplatz natürlich bei uns. Campen am Wasser ist immer klasse.

Danach ging es zurück zum Campingplatz, wo wir den Abend ausklingen ließen.

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