Die Mistel – ein kleiner Exkurs

Kennt jemand die Mistel? Ja, genau die Pflanze unter der sich Paare in der Weihnachtszeit küssen sollen. Wozu eigentlich? Bringt es Glück? Ah – Google sagt, man bleibe dann auf ewig zusammen… Und ja, bevor hier kritische Stimmen kommen, mir ist auch durchaus die positive Mistelwirkung in der Medizin ein Begriff…aber nun zum Thema!

Viele dieser Misteln sind uns während unserer Zeit in der Eifel auf unseren Wegen begegnet. Sie wachsen auf Bäumen. Ihre Früchte sind bei den Vögeln beliebte Nahrung und wenn diese weiterziehen, nehmen sie die Mistelsamen in ihrem Darm mit. Setzen sie sich auf den nächsten Baum und koten, so wächst dort wieder eine Mistel.

Einige wenige Pflanzen von geringer Größe, die kann ein Baum ernähren. Sie können auf ihm schmarotzen ohne ihm großen Schaden zuzufügen. Doch sie sind gierig. Ich glaube nicht, dass eine Pflanze wirklich denken kann. Für sie gilt: Ich nehme mir an Nährstoffen soviel, wie ich kriegen kann. Nicht aus böser Absicht, sondern schlicht aus ihrer Natur heraus.

Nimmt sie jedoch zuviel vom Baum und wenn sie nicht eingeht, wird der Punkt immer irgendwann erreicht – entweder wegen der Größe der Mistelpflanze oder wegen der Anzahl der Pflanzen – so wird er schwach. Er wirkt krank, kann selbst nicht mehr wachsen, nicht Laub, noch Früchte produzieren. Bald reicht seine Kraft nicht einmal mehr, sich selbst am Leben zu erhalten. Der Baum stirbt. Und mit ihm gehen auch die unter, die sich von seiner Kraft nährten. Sie sind in ihm verwachsen, erhalten nun aber vom toten Holz keine Nahrung mehr. Sie werden schwächer und schließlich folgen sie dem Baum in den Tod. Ihr Sein als Schmarotzer hat ein Ende.

Natürlich kann man sagen, da sie auch Vögel ernährt haben, war ihr Leben nicht unnütz. Doch sie ernährten die Vögel, um sich selbst zu vermehren, wie es viele Pflanzen machen, nicht aus Großzügigkeit heraus.

Und nun…betrachetet man die Menschen, so sieht man auch hier…es gibt Bäume und es gibt Misteln unter ihnen, die sich von anderen ernähren. Nein, nicht auf kannibalistische Weise, aber doch sehr effizient.

 

Gut, dass es auch anders geht. 🙂

 

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