Ein dreiwöchiger Trip durch die Normandie und die Bretagne stand an. Die Vorfreude war wirklich riesig und irgendwie hatten wir die Erholung nach der Gartenumgestaltung wirklich nötig. So ging es am 06.05.2023 los. Zum ersten Ziel hatten wir Le Treport in der Normandie auserkoren, wo der Stellplatz auf der Steilküste liegt und ein Aufzug die dort residierenden Gäste hinunter in den Ort bringt. Coole Lösung. Aber…als wir eintrafen war er voll. Etwas, was wir auf dem gesamten Trip entgegen einiger Vorhersagen nur ganz selten erleben sollten. Mit Blick auf die herrliche Steilküste und ruhig daliegende Meer überlegten wir uns eine Alternative. Strike… Wenige Fahrminuten entfernt lag Eu und bot einen Stellplatz. Wir richteten uns kurzerhand ein und zogen erst einmal mit den Hunden los. Die erste große Tour ohne den Tapsebären und den ersten Stellplatz der Tour unweit eines lauschigen Bächleins. Er hätte es toll gefunden, auf dem Trampelpfad an dessen Ufer langzustaksen. Spannend hätte er sicher auch die Katzencamper gefunden. Einige der Mitcamper hatten nämlich ihre Miezen dabei, die sie zwischendurch wie einen Hund an der Leine ausführten.



Weiter ging es schon nach einer Nacht. Als Ziel hatten wir nun Utah Beach, wo der erste Camping Car Park lag. Bei Camping-Car-Park handelt es sich um das erste europäische Netz von Wohnmobilstellplätzen und Servicepoints, die rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche verfügbar sind. Die Karte für diese Stellplätze hatten wir online bereits daheim bestellt und mit Geld aufgeladen. Es ist aber auch problemlos möglich sie am Stellplatz am Automaten zu erstehen. Für uns ist es ein riesiger Pluspunkt, dass über die App und die Website angezeigt wird, wie viele Plätze am Zielstellplatz noch frei sind. Zudem kann man sogar gegen einen geringen Aufpreis einen Stellplatz reservieren. Das haben wir allerdings noch nicht probiert. Die Ausstattung der Stellplätze ist unterschiedlich, aber Ver- und Entsorgung werden i.d.R. auf jedem angeboten.
In Utah Beach liegt der Stellplatz nahe beim Strand, gegenüber eines geschichtenerzählenden Friedhofs und direkt am Rande eines Campingplatzes. Man folgt lediglich einer Straße über den Campingplatz und schon kann man den weichen Sand unter seinen Füßen spüren und die über Austernbänke anrollenden Wellen betrachten. Auch das Landungsmuseum – Utah Beach ist einer der Landungsstrände an denen die Alliierten in den frühen Morgenstunden des 06.Juni 1944 landeten, um Europa zu befreien – liegt in direkter Umgebung und ist zu Fuß gut erreichbar. Wir besichtigten allerdings lediglich die Außenanlagen und genossen ansonsten die endlose Weite des Strandes, die gute Pizza und die entspannte Atmosphäre am Stellplatz. Utah Beach – für uns wie 2018 auch Omaha Beach ein Ort der in aller Deutlichkeit vor Augen führt wie nah Leid und Glück manchmal beeinander liegen. Ein Ort, an dem man fast automatisch den Menschen gedenkt, die ihre Leben ließen im Kampf für die Freiheit, die wir heute leben dürfen. Aber zugleich auch ein Ort, der mit ins heute hineingekommen ist und an dem das Leben seinen Lauf nahm, der nicht in der ewiger Trauer festgehalten ist und im Grauen beim Gedenken an das blutige Sterben der Soldaten. Ein kleines Erlebnis, welches uns das besonders verdeutlichte, war ein Spaziergang zum Landungsmuseum, auf dem wir zur gleichen Zeit das glückliche Jauchzen spielender Kinder vom Strand oder Campingplatz hörten und in die bedrückten Gesichter der Museumsbesucher blickten.









Die Grenze zwischen Normandie und Bretagne war unser nächstes Ziel. So sehr uns ein Besuch des Mont Saint Michel abschreckte, so gerne wollten wir einfach einmal den Blick auf den abteigekrönten Berg werfen. Warum schreckte uns der Besuch auf dem Berg selbst ab? Ganz einfach – ein Ort der 27 Einwohner beherbergt, allerdings jährlich von 2,8 Millionen Touristen besucht wird, ist in den allerseltensten Momenten so ruhig, dass er dazu einlädt, ihn in entspannter Atmosphäre zu erkunden. Lediglich früh am Morgen und am späten Abend soll man, so lasen wir, die Chance dazu haben. Uns genügte es in dem Fall allerdings wirklich einen Blick auf ihn zu erhaschen. Unseren Stellplatz – wieder Camping-Car-Park – fanden wir dafür in dem kleinen Ort Beauvoir. Von hier konnte man über einen Weg am Couesnon entlang zum Berg hinüber laufen und den Ausblick auf den ruhenden Riesen auf Bänken über dem Wasser sitzend genießen und auf sich wirken lassen – ebenso das Treiben der verschiedenen Menschen aller Nationen vom gläubigen Pilger zum aufgestylten Perfect-Shot-Suchenden verfolgen. Asche auf mein viel zu früh ergrautes Haupt, manchmal mache ich das tatsächlich sehr gerne.
Beauvoir selbst bietet kleine wie große Andenkenläden, herrliche Hausmalereien, einen Bäcker, und wenn der zu hat zumindest einen Baguetteautomaten mit köstlicher Füllung, einen Reptilienzoo, den wir für Irgendwanneinmal auf unsere Wishlist gesetzt haben.






Von der Grenze der Normandie ging es hinüber in die Bretagne, von der Küste hinein ins Inland. Ziel war Paimont im Herzen der Broceliande einem Wald voller Mythen und Geheimnisse, voller mystischer, sagenumwobener Orte einem Wald mit einem riesigen Artenreichtum an Pflanzen und Tieren. Um die Mittagszeit schlugen wir auf dem Camping Municipal von Paimpont auf, wo wir herzlich und freundlich von einer jungen Dame empfangen wurden. Ruhe, einzig unterbrochen vom gefühlt dauerhaften Singen derr Vögel war das erste, was wir beim Verlassen Groots wahrnahmen, entspannende Ruhe, als lege die Natur eine abschirmende Decke über einen. Nicht einmal das Schmuddelwetter konnte dem Wohlfühlfaktor etwas anhaben.
So ging es gleich abends los zu einem Spaziergang. Durch ein Tor traten wir auf einen breiten Wanderweg und folgtem ihm in den Wald hinein. An der Grotte Notre Dame de Paimpont kamen wir aus dem Staunen kaum heraus, Bächlein, Teiche, kleine Wasserfälle, eine kleine Mariengrotte. Ein Stück weiter der See von Paimpont. Von unserem Platz aus, konnten wir einen Blick auf die Abbaye erhaschen. Über Stege gingen wir durch einen Wald. Ein toller Spaziergang mit herrlichen Ausblicken in einer irgendwie unwirklichen Atmosphäre. Auch für die Hunde eine großartige Sammlung neuer Eindrücke, die sie spürbar genossen.
Am folgenden Tag stand eine größere Wanderung zwischen zwei Seen an. Es war herrlich zumal der Wald so dicht ist, dass wir häufig gar nicht merkten, wie kräftig und konstant es regnete. Hingegen merkten wir durchaus, wieviel es zuletzt geregnet hatte. Der Boden war voller Pfützen und mehr als einmal hielt die schlammige Erde unsere Füße fest. Dennoch war es eine großartige Wanderung, die wir ausgiebig genossen.
Der letzte Tag in der Broceliande, der Tag unserer Abreise sollte uns ans Grab Merlins des Zauberers führen. Der Magier aus der Artussage soll hier seine ewige Ruhe gefunden haben unweit des Jungbrunnens der Morgane. Hier war deutlich mehr los, allerdings immernoch entspannt. Wieder ein Spaziergang, bei dem der Wald uns warm umfing. Uralte Bäume…wenn sie doch ihre Geschichten erzählen könnten. Die Gedanken an die Brände des letzten Jahres in der Broceliande, die ihre zerstörende Kraft wirken ließen. Nachdenklichkeit und Glück gehen an manchem Ort dieser Reise Hand in Hand. Doch immer begleitet von innerer Ruhe, die einfach total gut tut.












Ja, dieses Mal fiel der Aufbruch schwer. Es war wirklich ein herrlicher Ort, den wir hier gefunden hatten und ja, wir können die Erzählungen über die mythische Stimmung in der Broceliande definitiv bestätigen.
Malestroit war unser nächstes Ziel. Hier fand sich ein – laut Bewertungen auf Capercontact seit Juli 2023 geschlossener – Stellplatz direkt am Kanal von Nantes nach Brest. Malestroit – ein herrliches, kleines, mittelalterliches Städtchen in der Flussschleife des Oust. Schmale, enge Gassen laden zu Spaziergängen genauso wie der Treidelpfad am Rande des Kanals.






Ende des ersten Teiles einer traumhaften Reise, der ersten Woche…

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