Da ist er wohl – der Dezember. Das Ende eines nach außen stillen, nach innen jedoch intensiven Jahres. Vergangenes Jahr schrieb ich noch, wir seien dankbar für alle Erlebnisse, die schönen wie die nicht so erbauenden. Wahrscheinlich ist das genau die richtige Einstellung, doch wenn geliebte Menschen sich von einer grausamen Krankheit geschlagen sich aus dem Leben verabschieden, ist es erst einmal schwierig, dankbar zu sein. Über die Krankheit und den Tod werde ich hier auch nicht viel berichten. Hier möchte ich in der Welt bleiben, die uns für das Eintauchen in die andere Kraft gab.
Keine Tour mit Groot im Januar und Februar, dafür Selbst- wie Wohnraumoptimierung. Nachdem mein Gewicht und das Dampfen im November Folgen gezeigt und mir einen Krankenhausaufenthalt beschert hatte, hatte ich beschlossen, beides zum Positiven zu verändern. Eat a rainbow every day, wurde mein Mantra. An Sport tastete ich mich heran. Und Nikotin wurde verbannt. Alles zusammen übrigens eine Kombination, die nicht nur meine, sondern ebenso Stefans Nerven sehr strapazierte. Stefan brachte derweil wunderbaren neuen Zauber in unseren Wohnraum. Und die Hunde, die genossen ihr Hundedasein.






Im März kam die erste Tour. Lahnstein wieder einmal. Der Wohnmobilhafen ist klasse als Startort für schöne Spaziergänge und Lahnstein an sich ist ein süßes, kleines Städtchen. Ein Stellplatz findet sich fast immer und wenn auf dem WoMo-Hafen selbst keiner ist, dann fährt man halt etwas herum. An der Lahn wurden einige schöne Ecken für Wohnmobilisten eingerichtet. Waren wir nicht unterwegs, so wurde weiter an mir selbst gearbeitet. Der Verzicht auf Süßkram und so war für mich übrigens tatsächlich schlimmer als der Verzicht auf Nikotin.






Der April kam und brachte mehr und mehr vom Frühling mit sich. Lange Spaziergänge, Wanderungen, Garten – irgendwie füllten sich die Tage abseits der Arbeit. Vorbereitung auf den Urlaub kam hinzu. Im Mai sollte es doch endlich losgehen.



Im Mai zeigte sich mehr und mehr wie sehr die Krankheit Demenz in der Familie arbeitet. Natürlich wie sie die Betroffenen trifft, aber auch, wie Angehörige betroffen sind. Mit gutem Zusammenhalt ist dennoch auch in üblen Zeiten ein Urlaub möglich und oft sogar auch nötig, denn er gibt Kraft. So reisten wir durch Normandie und Bretagne und genossen La vie francais, bevor wir in die zweite Jahreshälfte eintauchten.












Der Juni brach an. Die Sommerzeit. Das Leben plätscherte gefühlt so leise vor sich hin in einem Fluss aus Arbeit, Bewegung, Alltag und kleinen Kostbarkeiten. Ich hatte mir ein Fahrrad gewünscht, welches ich in meinen Sportplan integrieren konnte und suchte schon einmal eines aus. Nach vielen Jahren stand auch wieder einmal ein Klassentreffen an – schön, all die Menschen wiederzusehen und zu hören, wie es ihnen erging.



Im Juli kam dann auch das gewählte Rad. Meine anfänglichen Touren waren noch eher unsicher, doch mit der Zeit verlor sich das. Es machte einfach Spass. Die Hunde kommen übrigens tatsächlich beim Radfahren nicht mit – noch haben wir keine Anhänger gefunden, die mir tatsächlich langfristig auf den Sauerländer Radwegen, die nun einmal eine Mischung aus Wald, Holperstrecke und verkehrsreicher Bundesstraße sind, sicher und bequem erscheint.
Auch mit Groot ging es auf Tour. Dieses Mal nach Dülmen mit lieben Freunden. Das kleine Städtchen, welches wohl für seine Wildpferde bekannt ist, hat richtig schöne Seiten und die haben wir auch ein Wochenende lang genossen. Sehr empfehlenswert ist auch das Schwarzbrot, welches man beim Bäcker unweit des Stellplatzes am Schwimmbad erstehen kann.






„On an adventure before dementia“ ist nun auch irgendwie zu unserem stetigen Begleiter geworden. Gar nicht so unwahrscheinlich – irgendwann erwischt zu werden und wenn es soweit sein sollte, was bleibt dann noch? Zudem können wir mit dem Aufkleber vielleicht auch das Bewusstsein für diese Krankheit etwas heben. Jeder kennt doch irgendwie jemanden, der betroffen ist, die wenigsten allerdings wissen effektiv, was Demenz tatsächlich bedeutet. Was es für den Erkrankten bedeutet, der mehr und mehr sozial isoliert wird – sich natürlich auch selbst sozial isoliert, was es aber auch für die Angehörigen bedeutet. Die wenigsten von ihnen gehen mit den Problemen, vor die sie plötzlich gestellt werden, hausieren.
Im August zog es uns nach Weilburg, wo einer dieser herrlichen kleinen Stellplätze an der Lahn lockte. Traumhaft. Den ummauerten Ort mit seiner Burg erkunden über enge verwunschene Gässchen, Geschichtsluft schnuppern, während klassische Klänge aus dem Burghof kommend, die Luft schwängern. Eine Einkehr beim Griechen hier können wir übrigens wirklich nur empfehlen. Das Essen war so lecker! Oder als Alternativprogramm, ein Spaziergang an der Lahn, mal direkt am Wasser, mal hoch über den Felsen.
Eine weitere Übernachtung genossen wir auf einem P4N-Platz unweit unseres Hauses. Zu meinem Geburtstag ging es ans Oberbecken. Leider sahen wir auch hier das Park 4 Night Klischee bestätigt, da viele toilettenpapierbedeckte Haufen ab den ersten Metern in den nahegelegenen Wald hinein zu finden waren. Schämt Euch, Leute! Ihr seid asozial und zwar den Anwohnern gegenüber wie auch gegenüber den übrigen Campern. Kein Klo an Board? Kein Thema, Portapotti bietet Lösungen, aber ein schnöder Eimer täte es auch. Oder nutzt Kotbeutel wie wir sie für die Haufen unserer Hunde benutzen. Wie auch immer: Macht Eure Fäklien weg!















September…Herbsteinstand, aber erst einmal noch eher der goldene Herbst. Der zweite große Urlaub des Jahres stand an. Natürlich ging es wieder nach Frankreich. Geplant war, von Dinant in Belgien aus an der Somme entlang in die Baie de la Somme zu reisen. Das Wetter dort schreckte jedoch ab, so dass es uns spontan von Belgien aus gen Süden zog. Wir lernten die Champagne kennen, die Auvergne, besuchten für einige Tage die Cevennen, wo unsere erste Übernachtung auf einem Pass stattfand, reisten nach Anduze und bis hinunter in die Camargue, wo wir feststellten, dass das Mittelmeer doch nicht so ganz unsere Region ist. Schließlich ging es Richtung Heimat über Dole und Saargemünd. Was ein Trip, welch wunderbare Impressionen, großartige Begegnungen…










































Den Oktober nutzten wir, noch einige Radtouren hier im Sauerland zu machen. Gerade den Fledermaustunnel mag ich ja. Aber hier bietet sich einfach total viel und wir können direkt vor der Haustür starten. Das ist mega.









Der November. Der Monat, den man seither irgendwie am ehesten mit Tod und mit Vergänglichkeit in Verbindung bringt. Wie wahr das doch ist. Ein paar Tage Winterswijk und dann hieß es, einen geliebten Menschen auf seinen letzten Schritten zu begleiten. Es machte den Monat hart, raubte uns Kraft und ihr das Leben… Auch im Dezember, nachdem wir sie ihren Wünschen entsprechend im Friedwald hatten beisetzen lassen, war lange nicht alles beim alten.
Insofern tatsächlich einfach nur der Wunsch… Möge das nächste Jahr gut werden und mögen wir wieder zu alter Kraft zurück finden. Auch für Euch, unsere Leser wünschen wir Gesundheit, Glück und Erfolg für 2025. Versucht, dass beste aus dem zu machen, was Ihr bekommt.

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